Glenn Arthur Ricci

USA Fellow am Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg

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Fellow

Der amerikanische Archäologe Glenn Arthur Ricci studierte weltweit historische archäologische Stätten mit dem Forschungsschwerpunkt der kulturellen Rolle der Funde. In seiner Masterarbeit analysiert er ein mittelalterliches Massengrab und liefert mit einer kulturellen Interpretation einen Beitrag zu einem bisher nicht dokumentierten Teil der Gesellschaft. Über ein Stipendium der Leonardo da Vinci Stiftung nahm Glenn Ricci bei eine Ausgrabung eines Friedhofes in Island teil und erarbeitete eine antropologische Untersuchung dieser Ausgrabungsstätte.

Projekt

Eigen-Fremd im ethnischen Quer- und Längsschnitt: Forschung an der völkerkundlichen Sammlung des Landesmuseums Oldenburg. Das Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg verdankt seinen Ursprung einer klassisch herzoglichen Wunderkammer. Die Geschichte seiner Sammlungen reicht bis zum Jahr 1836 zurück. Als Dreispartenhaus umspannt es heute den weiten Bogen von der Völkerkunde über die Archäologie bis hinzu Botanik und Zoologie. Der Fellow wird sich mit der Verbesserung der digitalen Datenerfassung der ethnologischen Sammlung beschäftigten, die circa 6000 Objekte aus aller Welt umfasst. Als vergleichender Ethnologe soll sie/er gemäß den Schwerpunkten der Sammlung aus den Ländern Afrikas oder Chile / Peru stammen. Die vom Fellow recherchierten Daten sollen im Anschluss eine Untersuchung von ethnischen Einflüssen ermöglichen: Welche Gegenstände sind rein autochthonen Ursprungs, welche unterlagen auf Grund von Wanderbewegungen oder Handel Einflüssen von außen? Wie entwickelten sich bestimmte Kulturen im zeitlichen Längsschnitt und wie gestaltete sich die Dynamik zwischen Binnen- und Außenverhältnis?
Die Auswertung der digitalen Daten dient dazu, die Grundlagen für eine neue Dauerausstellung des Hauses zu formulieren. Vorgesehen ist ein neuartiges Konzept, bei dem den Besuchern ein Vergleich ausgewählter Kulturen weltweit, einschließlich Europas, auf verschiedenen Zeithorizonten ermöglicht werden soll. Finden Sie hier einen Beitrag über den Forschungsgast aus Amerika: Oldenburger Presse

Veranst.

Böser Wilder - friedlicher Wilder Ausstellung

In der 35-jährigen Sammlungstätigkeit des Museums während der Kolonialzeit bis 1920 spielten waffenähnliche Gegenstände eine Hauptrolle. Als Symbole der Überlegenheit über die 'Wilden' und zur Illustration von Nationalstolz und wissenschaftlicher Neugier zeugen die Objekte auch von der eigenen Geschichte brutaler Eroberungen und Morde. Der Kontrast von Sammlungspraktiken in Vergangenheit und Gegenwart und entstandene Tabus in der Präsentation solcher Objekte stellen ein Paradox dar. Um eine Kultur in objektiver Weise zu präsentieren, sollen Stereotypen vermieden werden. Gleichzeitig ist ein künstliches 'politisch korrektes' Bild erwünscht, das die Tatsache ignoriert, dass indigene Kulturen auch Kriege führten. Die Ausstellung des Fellows Glenn Ricci provozierte eine Perspektivänderung im Museumskontext, weil das koloniale Sammeln mit dem postkolonialen verglichen und Auswirkungen auf Sammler und 'Besammelte' aufgezeigt wurden. Darüber hinaus hatte das Projekt Pilotcharakter, da neue Räumlichkeiten eines freiwerdenden Nachbargebäudes erstmals bespielt wurden.

Eigen und Fremd in Glaubenswelten Ausstellung

Das Landesmuseum Natur und Mensch besitzt eine umfangreiche ethnologische Sammlung, zusammengetragen aus der ganzen Welt. Viele dieser Artefakte liefern isolierte Momentaufnahmen eines kulturellen Glaubenssystems zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Ausstellung führte die ethnografischen Objekte zum Teil provokant zusammen und zeigte, wie sie Ausdruck verschiedener Religionen und Glaubensvorstellungen auf dieser Welt sind. Die Schau führte durch die Kulturen verschiedener Kontinente und machte auf erstaunliche Weise sichtbar, dass sich viele Parallelen zwischen den Kulturen finden lassen. „Eigen und Fremd in Glaubenswelten“ gab mit den vielfältigen Sammlungsstücken einen Einblick in die Glaubenswelten, Bräuche und Praktiken der Gesellschaften, durch die sie geschaffen wurden. Gegenüberstellungen zwischen den Kulturen zeigten gleichzeitig, welche Objekte eigenen oder fremden Ursprungs sind; sie ließen das Fremde vertrauter werden. Kuratiert von Glenn Arthur Ricci.

Presse

Video

  • Introduction to the upcoming exhibition in the Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg

Audio

  • Mitschnitt Fellow Pitch (15. Mai 2014)

Web

Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg
Damm 38–44
26135 Oldenburg
www.naturundmensch.de