Tahani Nadim

AT Fellow am Museum für Naturkunde Berlin

Foto

Fellow

Die Wissenschaftssoziologin, Dr. Tahani Nadim (*1977) lebt und arbeitet seit 16 Jahren in London, wo sie über wissenschaftliche Datenbanken forscht und so neue theoretische und empirische Zugänge zu den rapide expandieren Datenwelten in den Lebenswissenschaften entwirft. Ihr Studium absolvierte sie im renommierten Centre for the Study of Invention and Social Process, Goldsmith, wo sie den CSISP Salongründete. Als Fellow des Museums für Naturkunde Berlin wird sie durch eine ethnographische Studie der Forschungs- und Sammlungspraktiken den Forschungsschwerpunkt Biodiversität sozialwissenschaftlichen Perspektiven eröffnen.

Projekt

Das Forschungsmuseum im Kontext: Repräsentation von Biodiversitätswissenschaft und -politik. Urvögel, Dinosaurierskelette, Fossilwelten – die Sammlungen des Museums für Naturkunde in Berlin (MfN) umfassen mehr als 30 Millionen originale Objekte aus Botanik, Zoologie, Paläontologie, Geologie und Mineralogie. Mithilfe des Fellowships möchte das Museum einen Dialogort für den Schutz von Biodiversität etablieren und das Bewusstsein für eine nachhaltige Nutzung von biologischer Vielfalt bei den Besuchern wecken. Der Fellow ist zunächst der Frage nachgegangen, auf welche Weise Biodiversität im Museum verhandelt wird: Wird sie statistisch gemessen, durch Feldforschung erfasst oder mit dem Ökosystem verknüpft? Die unterschiedlichen Arbeitsweisen zum Thema kann der Fellow durch sozialwissenschaftliche Methoden offenlegen, herkömmliche Arbeitsweisen und Museumsstrukturen aufbrechen und neue Verknüpfungen zwischen Arbeitsbereichen, Forschungsinstitutionen und Akteuren herstellen. Durch Wissenschaftsgespräche, Nutzung der sozialen Medien und eine Ausstellung bindet er die Öffentlichkeit aktiv in den Dialog über Biodiversität ein.

Veranst.

Tote Wespen fliegen länger Ausstellung

Das Ausstellungsprojekt widmet sich der Bewegung von Präparaten in Naturgeschichte und Naturwissenschaften und verbindet soziologische und künstlerische Perspektiven und Praktiken. Die Wissenschaftssoziologin Tahani Nadim und die Künstlerin Åsa Sonjasdotter präsentieren faktische und imaginierte Reisen und Regungen dreier Protagonisten aus den Sammlungen des Museums für Naturkunde Berlin: eine Grabwespe aus dem Norden Thailands, Agavensamen aus Tansania und kosmischen Staub aus dem Weltall. In drei unterschiedlichen Interventionen im Ausstellungs- und Sammlungsbereich werden die Umlaufbahnen dieser Protagonisten nachgezeichnet und erweitert, um damit einen Blick auf den regen Verkehr zwischen Räumen, Zeiten und Ordnungen zu eröffnen. Denn hinter der scheinbaren Ruhe der Präparate verbergen sich bewegte Geschichten und Beziehungen, die unser Verständnis von Natur und unseren Umgang mit der Welt in ein anderes Licht rücken.
Ziel ist eine Intervention im Museum, die neue Perspektiven auf Naturgeschichte eröffnet. Das Museum soll „ent-ortet“ und als globales Geflecht wahrgenommen werden. Das Projekt ist auch ein Experiment der Wissenskommunikation: Es möchte Fragen aufwerfen, Verwunderung provozieren und ungewöhnliche Assoziationen hervorrufen. Damit soll erprobt werden, wie sich das Museum für Naturkunde als Forum zur Vermittlung und Diskussion von Themen wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Art inszenieren kann.

Video

  • Video-Portrait

Audio

  • Mitschnitt Fellow Pitch (15. Mai 2014)

Web

Museum für Naturkunde Berlin
Invalidenstraße 43
10115 Berlin
www.naturkundemuseum-berlin.de